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Kinderbefragung in element-i-Kinderhäusern: „Ich finde es gut, dass wir gemeinsam was verändern“

Inhalt
  1. „Wir möchten die Mädchen und Jungen beteiligen“
  2.  Können Kita-Kinder das schon?
  3. Konkrete Verbesserungsvorschläge
  4. Beteiligung macht Kinder stark

Die element-i-Bildungsstiftung führte – wissenschaftlich begleitet von Professorin Tanja Betz von der Goethe-Universität Frankfurt – und gemeinsam mit dem Konzept-e-Netzwerk eine Kinderbefragung durch, an der Kinder aus 30 element-i-Kinderhäusern teilnahmen. Zentrale Be­fragungsergebnisse: Fast alle Kinder kommen gerne in die Kita. Viele haben konkrete Veränderungsideen. Gemeinsam mit den Kindern erarbeiten die Kita-Teams jetzt Umsetzungspläne für die wichtigsten Anregungen.

„Ich freue mich, dass ich in der Kita meine Freundinnen und Freunde treffe und mit ihnen spiele!“ Eine Kinderbefragung des Konzept-e-Netzwerks und der element-i-Bildungsstiftung, an der über 700 Kinder ab drei Jahren aus insgesamt 30 element-i-Kinderhäusern teilnahmen, ergab, dass über 90 Prozent der Mädchen und Jungen gerne in die Kita kommen. Gute Kontakte zu den anderen Kindern sind für die Mehrzahl von ihnen ein ganz wesentlicher Aspekt, damit sie sich auf den Kitabesuch freuen können. Auch die Beliebtheit der morgendliche Kinderkonferenz, der intensiven Spiel- und Lernphase im Anschluss, der Erzieherinnen bzw. Erzieher, des Essens oder besonderer Projekte wurde abgefragt und vielfach positiv bewertet. Bei der Beurteilung der Kita-Räume schnitt interessanterweise der Bewegungsraum durchweg am besten ab.

„Wir möchten die Mädchen und Jungen beteiligen“

„Die Kita-Träger im Konzept-e-Netzwerk nehmen die altersangemessene Beteiligung von Kindern an allen Fragen, die sie direkt betreffen, sehr ernst“, sagt Meike Betz von der element-i-Bildungsstiftung. „Sie möchten wissen, wie sich die Kinder in der Kita fühlen, wie sie die unterschiedlichen Phasen im Tagesablauf erleben, wie sie die Räume bewerten und was sie gerne verändern würden. Die Befragungsergebnisse bieten Trägern, Kita-Leitungen und -Teams eine gute Grundlage dafür, ihre Arbeit zu reflektieren und die Rahmenbedingungen für die Kinder weiter zu verbessern.“

 Können Kita-Kinder das schon?

„Eine Befragung von Kindern im Kita-Alter ist nicht unumstritten. In der wissenschaftlichen Literatur heißt es vielfach, das könnten Kinder erst ab dem Schulalter. Diese Einschätzung teile ich nur bedingt“, sagt Professorin Tanja Betz, Erziehungswissen­schaftlerin an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, die die element-i-Kinderbefragung wissenschaftlich begleitete. „Wer bei der Gestaltung der Fragen sowie der Antwort­möglich­keiten bestimmte Dinge beachtet und die Interviewerinnen bzw. Interviewer gut schult, erhält auch bei Befragungen jüngerer Kinder verwertbare Ergebnisse.“ Wichtig sei die Bereitschaft der Kita-Teams, die Resultate im Anschluss gemeinsam mit den Kindern zu diskutieren und Veränderungen einzuleiten.

Konkrete Verbesserungsvorschläge

Die element-i-Bildungsstiftung wertete die Fragebögen nicht nur insgesamt, sondern für jede Einrichtung individuell aus – eine gute Grundlage, um daran zusammen mit den Kindern weiter zu arbeiten. „Die Jungen und Mädchen haben oft sehr genau gesagt, was sie nicht mögen, und hatten teilweise konkrete Verbesserungsideen“, sagt Meike Betz von der durchführenden Stiftung. Was die Kinder verständlicherweise schlecht finden, sind soziale Konflikte untereinander, die sich zum Beispiel in Streiten, Hauen und Zwicken äußern. Auch die Lautstärke in der Kita beschrieben einige als störend. Gemeinsam mit den Kindern überlegen die Erzieherinnen und Erzieher jetzt unter anderem, wo sie ansetzen können, um Konflikte zu vermeiden oder noch besser beizulegen.

Außerdem äußerten die Kinder eine Vielzahl konkreter Wünsche und Ideen wie zum Beispiel: immer draußen sein, egal bei welchem Wetter; zusätzliche Verkleidungsgegenstände und Perücken anschaffen; mehr Bilder von den Kindern aufhängen; Blumen aufstellen; eine Wasserrutsche installieren und eine Kamera kaufen, damit die Kinder Fotos machen können.

Beteiligung macht Kinder stark

„Es entspricht dem Grundverständnis der Pädagogik in den element-i-Kinderhäusern, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und sie in ihren Äußerungen ernst zu nehmen“, erklärt Meike Betz. „Indem die Fachkräfte die Ergebnisse der Befragung gemeinsam mit den Kindern besprechen und das weitere Vorgehen planen, erleben die Jungen und Mädchen, dass ihre Stimme zählt und sie ihre Lebenswelt beeinflussen können. Diese Erfahrung von ‚Selbstwirksamkeit’ stärkt die Kinder.“

Mehr Infos gibt es unter www.element-i-Bildungsstiftung.de.

Hintergrund:

Die element-i-Bildungsstiftung

Die element-i-Bildungsstiftung wurde im Jahr 2011 gegründet. Seitdem veranstaltet bzw. unterstützt sie Bildungsprojekte und Ideen für Kinder zwischen null und zehn Jahren. Ein Beispiel dafür ist der Tüftler- und Forscherinnentag Baden-Württemberg, bei dem Kita-Kinder regionale Unternehmen kennenlernen. Mit dem jährlich bundesweit ausgelobten Kita-Innovationspreises KitaStar unterstützt die Stiftung die Weiterentwicklung der Kita-Pädagogik. Dem Stiftungsgedanken liegt das element-i-Leitbild zugrunde. Der Name element-i steht für die elementare Bedeutung, die Individualität, Interesse und Interaktion für die Bildung von Menschen – unabhängig von ihrem Alter – haben.

 Das Konzept-e-Netzwerk

Das Konzept-e-Netzwerk ist seit seiner Gründung 1988 kompetenter Partner für Kommunen und Unternehmen in Bildungs- und Sozialfragen. Der Aufbau und Betrieb öffentlicher und betriebsnaher Kindertagesstätten mit hohem Qualitäts- und Bildungsstandard sowie deren Organisations­ent­wicklung sind die wichtigsten Geschäftsfelder. Heute gehören zum Netzwerk knapp 40 Kitas, zwei Grundschulen, drei Freie Duale Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher sowie die Entwicklung von Konzepten zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Der Anspruch einer qualitativ hochwertigen Bildung und Betreuung ist in der eigenen element-i-Pädagogik formuliert.

Das Konzept-e Netzwerk veranstaltet jährlich den Kongress Invest in Future, der die zeitgemäße Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern bis 10 Jahren sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Pflege in den Fokus nimmt. Er findet das nächste Mal am 19. und 20. Oktober 2015 in Stuttgart statt.

 

 

 

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