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Frankfurter Kinderumfrage: Ergebnisse zum Thema Beteiligung in der Schule vorgestellt

18.06.2015 Kommentare (0)

„Wenn es darum geht, Kindern eine Stimme zu geben, steht Frankfurt an der Spitze. Keine andere Kommune in Deutschland befragt mit dieser Regelmäßigkeit und in dieser Breite ihre jüngsten Bürgerinnen und Bürger. Mit gewissem Stolz präsentiere ich Ihnen daher die Ergebnisse unserer vierten Frankfurter Kinderumfrage", sagt Bildungsdezernentin Sarah Sorge.

Im Fokus der Kinderumfrage steht das Thema ‚Beteiligung im schulischen Kontext'. Ziel der Umfrage ist es, dem gesetzlichen Auftrag der Kinderrechtskonvention zur Berücksichtigung des Kindeswillens genüge zu leisten und passgenaue Maßnahmen zur Verbesserung der Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern zu erarbeiten.

Im Sommer 2014 wurden im Auftrag des Frankfurter Kinderbüros 1.669 Kinder der Klassen 2, 4, 6, 8 aller Schultypen anonym und schriftlich befragt. Der Fragebogen war für alle gleich und enthielt offene und geschlossene Fragen. Die Stichprobe ist repräsentativ für die gesamte Frankfurter Kinderbevölkerung. Die Kinder wurden zu fünf Themenkomplexen befragt: Wohlbefinden von Kindern, Wissen von Kindern über (Beteiligungs-)Rechte, Mitbestimmungschancen in der Klasse, Mitbestimmungschancen in der Schule und Umgang mit Beschwerden in der Schule.

Den größten Einfluss auf Möglichkeit sich beteiligen zu können hat das Alter: Je jünger die Kinder sind, umso kleiner ist ihre Mitbestimmungschance in Klasse und Schule, umso weniger kennen sie ihre Rechte. Den zweitgrößten Einfluss hat das Erziehungsverhalten der Klassenlehrkraft bei Problemen, gefolgt vom Klassenklima und der Ich-Stärke der Kinder. Erleben die Kinder zum Beispiel ein gutes Klassenklima ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch eine große Ich-Stärke haben und viel positives Erziehungsverhalten erleben, groß. Leider gilt dies auch umgekehrt: Erleben Kinder ein schlechtes Klassenklima, so ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie kaum positives Erziehungsverhalten erleben und eine kleine Ich-Stärke haben.

„Unsere Studie zeigt: Eine ‚gute Behandlung' in der Schule, insbesondere die Chance sich beteiligen zu können, steigert eindeutig das Wohlbefinden der Kinder. Kinder, die gut behandelt werden, sagen seltener, dass Beteiligung nichts bringt. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass ihre Beteiligung einen Unterschied macht", berichtet Sarah Sorge. „Gute Behandlung macht sich für die Kinder an drei Faktoren fest: Zeit für Kinder haben, Kinder gerecht behandeln und sie nicht bloßstellen oder blamieren."

Die Kinderumfrage zeigt weiter, dass eine große Diskrepanz zwischen dem Wissen um Beteiligungsrechte und der Mitbestimmungschance existiert: Obwohl bereits 62 Prozent der Kinder der 2. Klasse und 90 Prozent der 8.Klasse wissen, dass sie Mitbestimmungsrechte in der Schule haben, können sie aber nur durchschnittlich manchmal in der Klasse und selten in der Schule mitbestimmen.

Kinder prüfen sehr aufmerksam, ob sie gehört werden, denn in der Schule „können sie beobachten, ob ihren Meinungen wirklich die angemessene Berücksichtigung zukommt, die das Übereinkommen fordert" (General Comment No. 12 zu Artikel 12 „Berücksichtigung des Kindeswillen" UN-KRK, Ausschuss Rechte des Kindes der Vereinten Nationen).

Damit der Kindeswille in der Schule stärker berücksichtigt wird, stellt das Kinderbüro zum einen die Ergebnisse der Frankfurter Kinderumfrage allen interessierten Schulen zu Verfügung und bietet zum anderen mit seinen bewährten Formaten ‚Stark durch Erziehung' und den Kinderrechtsprojekten Lehrkräften Unterstützung an, Kinder stärker zu beteiligen.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Frankfurt am Main vom 3.6.2015

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