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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften Februar 2014

Christiane Hartmann

27.02.2014 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: Betrifft Kinder, DJI- Impulse, klein & groß, Praxis der Psychomotorik, Weltwissen Sachunterricht.

Betrifft Kinder

Wassilios Fthenakis gibt in der neuen Ausgabe von Betrifft Kinder ein bildungstheoretisches Interview über die Grundzüge der Reform für die Erzieherausbildung. Nach der neuen Sichtweise soll das Kind aktiver und kompetenter Ko-Konstrukteur seiner eigenen Bildung werden. Der Leitsatz der Ausbildungsreform heißt laut Wassilios Fthenakis: „Nicht bloße Wissensvermittlung, sondern Stärkung kindlicher Kompetenzen – von Anfang an.“ Die Interaktion mit dem Kind sei in dieser Reform das Wichtigste. Die Fachkräfte sollten aus der Sicht von Fhtenakis lernen, ihr Tun mit dem Kind fachlich zu begründen. Er konstatiert, dass es keine systematische Verknüpfung von Ausbildung und Forschung gibt. Fthenakis möchte mehr Männer im Ausbildungssystem sehen. Er möchte Wertschätzung für eine Vielfalt von Kulturen in der Kita. Als Ausbildungsvisionen oder -ziele des Modells benennt er  „die kompetente Fachkraft, die kommunikations- und medienkompetente Fachkraft, die Fachkraft als aktiver Lerner, Forscher, Entdecker und kreativer Künstler, die verantwortungsvoll und wertorientiert handelnde Fachkraft“.

Betrifft Kinder stellt die Forscherwelt Blossin in Brandenburg vor, in der Forschertage für Kinder und für PädagogInnen durchgeführt werden. Wenn man als PädagogIn nach Blossin fährt, kann man dort mit Kindern Nachdenkgespräche regelrecht üben. Erzieher Ronny: „Man sollte die Frage würdigen, eine eigene Vermutung aufstellen und eine Gegenfrage bringen, zum Beispiel: Wie siehst du das? Was sagst du dazu?“ Auf diese Weise kommt der Leitsatz vom Kind als aktivem Ko-Konstrukteur seiner eigenen Bildung zur Anwendung.

Salman Ansari vertritt die Gegenposition zu diesen beiden Aufsätzen. Es möge zwar sein, dass Kinder auch mal Laborexperimente machen. Aber sie werden die benutzten Pipetten und Reagenzgläser im nächsten Moment in andere Phantasiespiele mit anderen Funktionen integrieren. Auch Ansari denkt mit Kindern zusammen nach und stellt seine Art des Nachdenkens vor. Er sagt, das eigentliche Curriculum sei der Alltag der Kinder und postuliert: „Wir Erwachsenen müssen umdenken, Einfachheit anstreben, lernen mit Kindern zu spielen und dem Selbstverständlichen, dem Alltäglichen mit Neugier zu begegnen.“ Ansari betont die Einheit von freiem Spiel und Lernen. Er wehrt sich gegen eine „Frühförderungshysterie“ und dagegen, die Zukunft des Kindes als Forscher oder Ingenieur schon in den ersten Lebensjahren vorwegnehmen zu wollen.

Erika Berthold stellt in einem Interview mit Christiane Gebhardt "Fröhlich im kalten Wasser" das Bundesprojekt „Lernort Praxis“ vor. Die Zusammenarbeit von Schule und Kita wird gefördert. Mit dem Programm soll auch die Repräsentanz von Männern in Kitas, von Menschen mit Migrationshintergrund und von Personen, die sich beruflich umorientieren wollen, gesteigert werden.

Christian Fazekas beleuchtet, dass wir eine Menge Wissen gesammelt haben, das Wissen über uns selbst sei aber ausbaufähig. Er ermutigt zur Arbeit an sich selbst. Das Stichwort heißt Achtsamkeit im Alltag. Internet-Tipps finden sich unter www.modmind.org, www.achtsamkeitimalltag.de und unter www.christian-fazekas.de.

Das Heft enthält eine kleine Lerngeschichte mit Ton und Herbert Österreichers Kräutersteckbrief über die Knoblauchraute.

Die Artikel sind unterschiedlich schwer zu lesen. So richtig herzhaft lachen kann man zwischendurch bei der Glosse aus dem Alltag einer Erzieherin "Lächeln, bis es weh tut".

Die mit dem Kita-Innovationspreis Kita-Star 2013 ausgezeichneten Kitas werden vorgestellt. Alle prämierten Einrichtungen haben ein anspruchsvolles Konzept, Beobachtung und Dokumentation werden ernst genommen, Funktionsräume spiegeln die Bildungsbereiche und nicht zuletzt spielen Fortbildung und Supervision eine wichtige Rolle.

Das Thema Schule wird von Gerlinde Lill, Annedore Prengel und Michael Kobbeloer behandelt und von Achim Kniefel durch den Kakao gezogen.

Mariele Dickhof schreibt in einem Offenen Brief, dass man sich von Unsinn trennen sollte und dass Qualitätsentwicklung in der Dokumentation unbedingt Entbürokratisierung bedeuten muss.

Der Ausgabe sind viele schöne Medienbesprechungen zu entnehmen.

DJI-Impulse

Das neue Heft befasst sich mit jungen Menschen "zwischen Inklusion und Exklusion" und hat den Titel "Ausgegrenzt, benachteiligt, marginalisiert" (wobei die Inklusion ja nicht vorkommt). Sie können es kostenlos downloaden.

klein & groß

Das neue Heft von klein & groß- behandelt die Bedeutung von Kinderfreundschaften unter dem Thema „Wir sind beste Freunde!“. Hedi Friedrich zeigt auf, inwieweit die Kinder je nach Entwicklungsphase ein unterschiedliches Verständnis von Freundschaft haben. Die Kinder- und Jugendlichentherapeutin behandelt Fähigkeiten, die fürs Freundschaftschließen notwendig sind und beschreibt die Bedeutung sozialer Kontakte für die kindliche Entwicklung, Freundschaften im Vorschulalter, Freundschaften zwischen älteren und jüngeren Kindern, Selbstbild und Freundschaft sowie Freundschaft und Gruppen.

Sabine Campana widmet sich dem „Freund im Geiste“. Was ist, wenn Kinder unsichtbare Freunde haben? Sie erläutert, dass unsichtbare Freunde „Entwicklungshelfer“ sind. Unsichtbare Freunde sollten auch mit in die Kita kommen dürfen, denn im unsichtbaren Freund spiegelt sich das Selbst des Kindes mit all seinen Erlebnissen und Emotionen. Die ErzieherIn sollte im Umgang mit dem unsichtbaren Freund unbedingt dem Kind die Führung überlassen und keine Angst haben, mit dem Kind über seinen Freund ins Gespräch zu kommen. Dies ermöglicht ungeahnte Einblicke in aktuelle Entwicklungsthemen.

Über Peergroups im Kindergarten wird genauso nachgedacht wie über Kinderfreundschaften, die eine Kita bewegen. Letzteres war das Thema eines Elternabends in einer Kita in Frankfurt/Main. Die Kinder haben vorher innerhalb der Gruppe gemalt, was für sie Freundschaft bedeutet. Infolge des Elternabends konnten Kinderfreundschaften im häuslichen Rahmen vertieft werden.

Bilderbücher zum Thema Freundschaft werden vorgestellt.

Thea zeigt in ihrem Blog die Gestaltung des Faschings für die Krippenkinder. Ebenfalls für die Jüngsten sind Fingerspiele gedacht, die abgedruckt sind.

Die Erzieherin und Entspannungspädagogin Tanja Laupheimer gibt Entspannungstipps für die Faschingszeit. Der Tag wird mit dem abgewandelten Lied „Guten Morgen, liebe Sorgen“ begrüßt: guten Morgen, liebe Füße, guten Morgen, liebe Knie, guten Morgen, liebe Beine usw.

Das Heft vermittelt Inspiration für den kommenden Frühling.

Gezeigt wird auch, wie man sich in der Kita fair streitet.

Im internationalen Beitrag wird die etwas andere Form des Kindergartens in den Niederlanden vorgestellt. Dort gibt es Basisschools statt Kitas.

Suchtprävention hat ihren Platz in dieem Heft genauso wie der „Konfetti-Kurier“. Der „Konfetti-Kurier“ ist eine Kita-Zeitung, die mit Unterstützung der Eltern hergestellt wird.

Die Teamentwicklung für die Kita-Leitung fehlt ebenso wenig wie die Behandlung von Rechtsfragen (wenn Eltern fremde Kinder abholen möchten unf die elterliche Sorge getrennt lebender Partner).

Praxis der Psychomotorik

Wie lernt man im Vorschulalter schreiben? Mit welchem Werkzeug rüstet man Kinder gut für das grafomotorische Training aus? Der Therapeut und Schreibdidaktiker Heinz von Niederhäusern rät dazu, das Schreibmaterial häufig zu wechseln.

Das Projekt BIK – Bewegung in der frühen Kindheit ist ein hochschulübergreifendes Forschungsprojekt. Wolfgang Beudels und Team setzen sich mit Bewegung als Lerngegenstand, als Medium zur Gesundheitserziehung, des Lernens und der Entwicklungsförderung auseinander. Die eigene Bewegungsbiografie sollte auch bei der Aus- und Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte reflektiert werden. Wir haben schon ein Editorial zu diesem Projekt veröffentlicht. 

In einem weiteren Grundlagenaufsatz wird von Susanne Przybilla und Ulrike Ungerer-Röhrich das Konzept „Bewegte Kinderkrippe“ vorgestellt. Hierzu gehört es auch, Kindern eine Bewegungslandschaft bereitzustellen, die für alle Entwicklungsstufen von den Babys bis zu den Dreijährigen etwas bereit hält.

Verschiedene Kinderbücher mit Ideen vom Kleinkindturnen und zum Spielen werden präsentiert wie auch weitere Praxisbücher.

Pia Szalai schreibt über Papilio – ein Präventionsprogramm zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen. Hier macht das Spielzeug an einem Wochentag Ferien. Am Spielzeug-macht-Ferien-Tag erhöht sich die Bedeutung von Rollenspielen. Es finden mehr Interaktionen zwischen den Kindern statt und die Kinder bewegen sich mehr.

Um Bewegung geht es auch bei der Eutoniearbeit für Kinder, wie sie Christina Gerhardt, Marcus Müller und Norbert Fessler gestalten. Eutonie ist eine Körperwahrnehmungsschulung. Unter anderem werden der Muskel- und Psychotonus reguliert und die Konzentration  gefördert. Die Autoren stellen hierfür drei hilfreiche Übungen vor, welche für Kinder der Klassen 1-6 anwendbar sind.

Die Tanzpädagogin und Motopädin Stefanie Kutzner hat ein inklusives Tanzprojekt mit Kindern aus Förderschule und Kita entwickelt und durchgeführt. Die einzelnen Stücke werden so vorgestellt, dass es möglich ist, das Tanzprojekt in die eigene Praxis zu übertragen.

Ein besonderer Bewegungsraum ist das Wasser. Seine Bedeutung für die kindliche Entwicklung erläutern Gil Pla und Wolfgang Beudels.

Das Heft enthält überwiegend Beiträge zur Bewegungserziehung bei Kindern. Die Psychomotorik-Arbeit ist aber auch im Alter sehr erfolgversprechend. Hiervon handelt ein Aufsatz über die psychomotorische Förderung für Menschen mit Demenz. Die Praxis der Psychomotorik enthält Veranstaltungs- und Fortbildungshinweise.

Weltwissen Sachunterricht

Das neue Heft dreht sich rund ums Rad. Es heißt: was mein Rad alles kann. Technisches Lernen: das Fahrrad. Der größte Teil der Beiträge ist geeignet für Klasse 3-4, der kleinere Teil spricht Klasse 1-2 an. „Alles was rollt“ heißt ein altersgemischtes Projekt in der Lernwerkstatt (Bärbel Voss). Hierzu gehören auch gut aufbereitete Versuchsbögen.

Eine Lernstraße zur Entwicklungsgeschichte des Fahrrads wird von Swantje Dölle gezeigt. Dabei werden Fahrradmodelle verglichen und Vor- und Nachteile der historischen Fahrräder kennengelernt.

Die Kinder lernen viel darüber, wie ein Fahrrad funktioniert und wie man Fahrradlampen zum Leuchten bringt. Danach sollen sie auch ein Fahrrad zeichnen; die Sachzeichnung ist dabei ein Spiegel des kindlichen Denkens.

Die „Frage der Woche“ von Tilman Dreher stellt knifflige Fragen zum Thema „Fahrrad“. Zur Beantwortung müssen die Kinder in Bücher schauen, Eltern und Großeltern oder das Internet zu Rate ziehen. Eine Landkarte zeigt außerschulische Lernorte rund ums Fahrrad. Die Arbeitsbögen sind zur Durchführung des Unterrichts sehr wertvoll. Dem Heft liegt eine CD-Rom mit allen Kopiervorlagen und weiteren Arbeitsblättern bei.

Auch die Themen Philosophieren und gutes Begründen der eigenen Meinung werden behandelt.









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